Die Metapher der „glitzernden Gedanken“ entstand, als ich die Bastelreste meiner Kinder wegräumte. Der ganze Tisch war voller Glitzer. Kleine bunte Häuflein, tausende, das Licht reflektierende Metallplättchen. Unberührt lagen sie da, und sahen irgendwie lebendig aus, wenn der Lichteinfall sich, durch meine Bewegung auf den Tisch zu, veränderte. Als ich ein Blatt Papier schwungvoll vom Tisch aufhob, entstand ein Luftzug der alle diese tausenden Plättchen aufwirbelte und im ganzen Raum verteilte.
Neulich wurde ich gefragt, wie es in meinem Kopf wohl aussieht- nun, so in etwa sieht es in meinem Kopf aus. Es gibt Momente der Ruhe, Klarheit und Zufriedenheit- und dann kommt ein winziger Impuls von außen, der alles aufwirbelt. Ich empfinde meine bunten und glitzernden Gedanken nicht als Makel oder Störung. Sie zeigen mir ständig neue Perspektiven auf. Sie machen mich kreativ und lassen mich oftmals Dinge wahrnehmen, die anderen verborgen bleiben. Jeder dieser kleinen Gedanken ist willkommen. An manchen Tagen ist es aber sehr anstrengend, nämlich dann, wenn ich aus den tausenden, überall im Raum verteilten Gedanken, genau den einen suche. Oder meinen Schlüssel, Schuhe oder den Ausgang 😉
Ich habe ADHS. Ich habe autistische Kinder und ich arbeite mit Menschen aus dem autistischen Spektrum zusammen. Ich bin keine Expertin für Autismus, weil ich nicht autistisch bin. Ich bin aber eine Verbündete. Ich bin eine Verbündete meiner autistischen Kinder, meiner autistischen Freundinnen und Freunde, sowie der Menschen mit den vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten, sowohl im autistischen Spektrum als auch mit ADHS, die ich in meinem beruflichen Kontext kennenlernen durfte. Als Mutter, Sozialarbeiterin, Freundin und ND sehe ich es als Pflicht, für unser aller Rechte einzustehen und zu Akzeptanz und Aufklärung beizutragen.